Waldzustandsbericht 2009

Am 22.01.2010 veröffentlichte die Bundesregierung den Waldzustandsbericht 2009. Danach hat sich am Zustand unserer Wälder wenig geändert. Erhoben werden im Rahmen der Waldzustandserhebung die Nadel- und Blattverluste unserer wichtigsten Baumarten in 4 Schadstufen. Im Durchschnitt aller Baumarten beträgt der Anteil der deutlichen Kronenverlichtung im Jahr 2009 (Schadstufe 2 – 4) 27 %. Im Vorjahr waren es 26 %. Auf die Warnstufe (Schadstufe 1) entfallen 37 %. Ohne Kronenverlichtung waren 36 % der Waldbäume. Der Anteil ohne Kronenverlichtung ist leicht angestiegen. Im Jahr 2008 betrug er nur 31 %. Leicht zurückgegangen ist auch die mittlere Kronenverlichtung von 24,4 % auf 19,7 %. Die beiden letzten Zahlen deuten auf eine leichte Verbesserung des Waldzustandes hin.

Diese Tendenz spiegeln auch die Ergebnisse bei den einzelnen Hauptbaumarten wider. Danach ergaben sich dort folgende Entwicklungen:

  • Bei der Fichte beträgt der Anteil der deutlichen Kronenverlichtung 26 % (2008: 30 %)
  • Die Kiefer zeigt einen Anteil deutlicher Kronenverlichtung von 13 % (2008: 18 %)
  • Die Buche zeigt im Jahr 2009 eine starke Verschlechterung des Kronenzustandes. Der Anteil der Kronenverlichtung ist um 20 %-Punkte auf 50 % gestiegen (2008: 30 %). Begünstigt wurde diese Entwicklung durch die starke Fruktifikation der Buchen. Bei anhaltender Trockenheit im August wurde in einigen Regionen über dies eine frühe Verfärbung und ein vorzeitiger Blattabfall beobachtet.
  • Die Eiche hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht erholt. Jedoch wiesen noch immer fast die Hälfte der Eichen Kronenverlichtung von mehr als 25 % auf. Der Anteil der deutlichen Kronenverlichtung beträgt 48 % (2008: 52 %)

Die hohen Schäden an unseren wichtigsten Laubbaumarten Buche und Eiche machen deutlich, dass dringend weitere Bemühungen um die Verbesserung des Waldzustandes notwendig sind. Im Zuge notwendiger Vorsorgemaßnahmen im Hinblick auf den Klimawandel, müssen die Wälder in gemischte Wälder mit höheren Anteilen der heimischen Laubbaumarten umgebaut werden. Dazu gehören besonders Buche und Eiche.

Ein Umbau unserer Wälder hin zu gemischten Wäldern mit mehr Laubbäumen, kann aber nur erfolgreich sein, wenn auch in vielen Regionen die überhöhten Bestände an Reh- , Rot-, Dam- und Muffelwild durch die Jagd weiter vermindert werden. Bedauerlicher Weise zeigen die aktuellen Erhebungen der Verbiss- und Schälschäden der Bundesländer, dass die Verbissschäden an unseren wichtigsten Laubbaumarten immer noch hoch sind und vor allem eine natürliche Verjüngung unserer heimischen Laubbaumarten verhindern.

Entwicklung der Schadstufenanteile in Deutschland (pdf-Datei)

Ergebnisse aus einzelnen Bundesländern

Baden-Württemberg:
Nach einer deutlichen Verbesserung des Waldzustandes in den beiden letzten Jahren ist im Rahmen der Waldzustandserhebung 2009 wieder ein Anstieg des mittleren Nadel-/Blattverlustes zu verzeichnen. Der mittlere Verlustprozent, berechnet aus den Werten aller Baumarten, erhöhte sich um 2 %-Punkte auf insgesamt 25,6 % und liegt damit in etwa wieder auf dem Niveau des Jahres 2007.
In der Entwicklung der Schäden bei den einzelnen Baumarten zeigen sich Unterschiede. Für die Fichte ist eine leichte Verbesserung festzustellen, während die Schäden bei Tanne, Kiefer und Eiche leicht ansteigen. Ein deutlicher Anstieg um 9,6 %-Punkte liegt bei der Buche vor.

Bayern:
Der Waldzustand hat sich im Durchschnitt kaum verändert. Der Nadel- und Blattverlust aller Baumarten liegt mit 20,7 % ungefähr auf dem Vorjahresniveau (2008: 20,8 %).
Eine Verbesserung liegt bei den Nadelbäumen (Tannen, Kiefern und Fichten) vor. Hier hat der Nadelverlust um 2,5 % abgenommen. Dagegen hat der Blattverlust 2009 bei den Buchen gegenüber dem Vorjahr um 7,3 % und bei den Eichen um 3,4 % zugenommen. Beide Baumarten wiesen 2009 eine starke Fruktifikation auf, was zur Verschlechterung des Kronenzustandes beigetragen hat.

Brandenburg/Berlin:
2009 weist die Erfassung des Kronenzustandes einen sehr guten Gesundheitszustand der Wälder aus. Über 2/3 der Waldfläche ist ohne Schäden. Deutliche Schäden (Schadstufe 2 – 4) wurden nur auf 6 % der Waldfläche ermittelt.
Die beiden wichtigsten Laubbaumarten Buche und Eiche weisen die höchsten Schäden auf. Bei der Eiche lag in 2009 der Anteil der deutlichen Schäden noch bei 26 %.

Hessen:
Das Gesamtergebnis der Waldzustandserhebung in 2009 weist eine mittlere Kronenverlichtung von 23 % aus. Damit hat sich der Kronenzustand im Vergleich zum Vorjahr um 2 %-Punkte geringfügig verschlechtert.
Es ist vor allem die Buche, bei der sich der Anteil der Kronenverlichtung im Jahr 2009 erhöht hat.

Niedersachsen:
Die Waldzustandserhebung 2009 weist eine mittlere Kronenverlichtung von 16 % aus. Die älteren Buchen, Eichen und Fichten zeigen weiterhin einen vergleichsweise hohen Kronenverlichtungsgrad. Im Jahr 2009 liegen sie bei einer mittleren Kronenverlichtung zwischen 27 % und 29 % etwa gleich auf. Für alle 3 Baumarten wurde eine geringfügige (1 % bis 3 %) Verschlechterung der Kronenverlichtungswerte gegenüber 2008 festgestellt.

Nordrhein-Westfalen:
Im Jahr 2009 ist eine Verbesserung des Gesundheitszustandes des Waldes festzustellen. Der Anteil der Bäume ohne Kronenverlichtung hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 7 % verbessert. Der Anteil der deutlich geschädigten Bäume (Schadstufe 2 – 4) hat um 4 %-Punkte auf 21 % abgenommen.
Unterschiedlich ist die Entwicklung bei Laub- und Nadelbäumen. Die Eiche hat sich im Vergleich zum Vorjahr erholt. Sie bleibt aber die Baumart mit dem stärksten Blattverlust. Der Kronenzustand der Buche hat sich im Jahr 2009 verschlechtert.
Bei den Nadelbaumarten ist eine weitere Verbesserung des Kronenzustandes gegenüber den Vorjahren festzustellen.

Rheinland-Pfalz:
Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung zeigen eine Tendenz zur leichten Erholung. Der Anteil der deutlichen Schäden (Schadstufe 2 – 4) ist gegenüber dem Vorjahr um 3 %-Punkte auf 28 % gesunken.
Bei Eiche und Kiefer verbesserte sich der Kronenzustand im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Bei der Buche und Fichte ist aber eine Verschlechterung des Belaubungs- bzw. Benadelungszustand festzustellen.

Sachsen:
Die Kronenverlichtung aller Waldbäume hat sich gegenüber dem Jahr 2008 kaum verändert. Sie wiesen eine um 0,8 %-Punkte schlechtere mittlere Kronenverlichtung von 17,4 % aus.
Deutlich geschädigt sind 18 % der Waldfläche (Schadstufe 2 – 4). Die einzelnen Baumarten haben sich aber unterschiedlich entwickelt. Bei der Kiefer ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr festzustellen, während bei der Fichte eine leichte Zunahme der Kronenverlichtung festzustellen ist.
Merklich verschlechtert gegenüber dem Vorjahr hat sich der Kronenzustand der Eiche und Buche, die 2009 einen neuen Maximalwert mit einer mittleren Kronenverlichtung von fast 30 % erreicht.

Sachsen-Anhalt:
Das Gesamtergebnis der Waldzustandserhebung 2009 weist eine mittlere Kronenverlichtung von 15 %. Damit ist auch hier eine leichte Verbesserung festzustellen.

Schleswig-Holstein:
Der Anteil der deutlich geschädigten Bäume (Schadstufe 2 – 4) erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um 2 %-Punkte auf 30 %. Ursache ist, dass sich der Anteil der Buchen in der Schadstufe 2 von 28 % im Jahr 2008 auf 48 % im Jahr 2009 erhöht hat. Unverändert blieb der Anteil der geschädigten Fichten im Vergleich zum Vorjahr. Deutlich verbessert hat sich der Zustand der Kiefern.

Thüringen:
Der Anteil der deutlich geschädigten Bäume hat im Jahr 2009 leicht zugenommen und liegt bei 35 % der Waldfläche. Zurückgegangen sind die Schäden bei den Nadelbaumarten. Zugenommen haben sie bei der Buche um 3 %-Punkte und bei der Eiche um 1,9 %-Punkte.

Direktlink: Wald- & Bodenzustand/Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2009

Bericht 2008 zum Vergleich: Waldzustandsbericht 2008

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