Veranstaltungen

(aktualisiert am )

Veranstaltungsankündigungen

"Jahrestagung 2010 der IG Edelkastanie
am 18./19. Juni 2010 in Kempen/Niederrhein"
Einladung und Anmeldeformular (221 KB)


"Jahrestagung 2010 des Förderkreises Speierling
am 24./25. September in Luxemburg"
Weitere Einzelheiten und das Programm unter: www.foerderkreis-speierling.de


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Veranstaltungsnachlese

Genetische Vielfalt – Chance für den Wald“

Aus Anlass der UN-Biodiversitätskonferenz, veranstaltete die Stiftung Wald in Not gemeinsam mit der Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Forstliche Genressourcen“ eine Fachtagung am 29./30. April 2008, in Bonn.

Vor dem Hintergrund sich ändernder Umweltbedingungen und die damit verbundenen Risiken für die Wälder, ist die Erforschung und Erhaltung der genetischen Vielfalt eine wichtige Voraussetzung, um zukünftig ökologisch stabile Wälder zu erhalten. Dies ist Ergebnis der Veranstaltung.

Mitglieder der Bund-Länder-Arbeitsgruppe stellten wichtige Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Dabei wurde deutlich, dass die Erhaltung stabiler, ertragreicher und artenreicher Wälder unter den Bedingungen des Klimawandels nur auf der Grundlage einer breiten genetischen Vielfalt möglich sein wird. Die genetisch Variabilität erhöht die Chance der Anpassung und Überlebensfähigkeit unserer Baumarten. Auch vor dem Hintergrund einer steigenden Nachfrage nach Holz, ist die Erfassung und Erhaltung der genetischen Vielfalt unserer Wälder notwendig. Sie ist eine wichtige Voraussetzung, um eine nachhaltige Nutzung des Waldes langfristig zu sichern.

Aus der Veranstaltung ergeben sich für die Stiftung Wald in Not folgende Forderungen an die Politik:

Die Maßnahmen zur Erhaltung der Genetischen Vielfalt müssen konsequent in die Waldbewirtschaftung integriert werden. Das für einzelne Baumarten begonnene genetische Monitoring muss fortgeführt werden, damit Zeitreihen bewertet werden können. Darüber hinaus ist es, auf weitere Baumarten auszudehnen. Sinnvollerweise sollte es in das Forstliche Umweltmonitoring integriert werden. Vor dem Hintergrund einer Umweltvorsorge müssen Bund und Länder entsprechende finanzielle, technische und personelle Ressourcen zur Verfügung stellen.

Die Vorträge finden Sie unter nachstehendem Link:
http://blag.fgr.genres.de/generhaltung20/index.html

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Jahrestagung und Exkursion des Förderkreises Speierling
in Zusammenarbeit mit der SGD Süd, Forschungsanstalt für Waldökologie und
Forstwirtschaft (FAWF) Rheinland-Pfalz und dem Forstamt Kusel

14. und 15. September 2007 in Trippstadt

Tagungs- und Exkursionsführer als pdf-Datei zum download (4,4 MB)


Symposium: „Zukünftige Entwicklung der Waldzustandserhebung –Geben die Waldzustandsberichte ein realistisches Bild der Situation unserer Wälder wieder“

Angeregt durch die Diskussion über die Fortführung einer jährlichen Waldzustandserhebung und die seit Jahren immer wieder angebrachte Kritik am Erhebungsverfahren, veranstaltete die Stiftung Wald in Not am 20.11.2006, in Gotha, ein wissenschaftliches Symposium.

Wissenschaftler und Experten aus Forschungseinrichtungen des Bundes und der Länder trugen ihre Vorstellungen zur Entwicklung der Waldzustandserhebung vor. In der anschließenden Diskussion kam man einheitlich zu der Auffassung, dass eine jährliche Waldzustandserhebung unverzichtbar ist. Um die vielfältigen Funktionen und Leistungen der Wälder in Zukunft zu erhalten und nachhaltig zu sichern, ist es notwendig, das bewährte forstliche Monitoring-System zu erhalten und für neue Fragestellungen offen zu gestalten. Dies gilt vor allem für mögliche neue Gefährdungen, die vor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden Klimawandels auf den Wald zukommen. Die Ergebnisse des Symposiums wurden in einer „Gothaer Erklärung zur Zukunft der Waldzustandserhebung“ zusammengefasst:

„Ökosysteme reagieren – wenn die Politik agiert“

„Gothaer Erklärung“ der Stiftung Wald in Not zur Zukunft der Waldzustandserhebung!

Nachhaltigkeit ist das von der Forstwirtschaft entwickelte Prinzip, das heute in weite Politikbereiche Einzug gehalten hat. Um alle Funktionen und Leistungen der Wälder zu erhalten und nachhaltig zu sichern, ist das erprobte und bewährte Monitoring-System zu erhalten und zur Beantwortung neuer Fragestellungen weiterzuentwickeln. Dazu gehört insbesondere die jährliche und langfristig ausgerichtete Waldzustandserhebung.

Die Stiftung Wald in Not gibt ihre Empfehlungen auf der Grundlage der Ergebnisse eines von ihr veranstalteten wissenschaftlichen Symposiums am 20.11.2006, in Gotha.

Die Waldzustandserhebung und die Waldschadensforschung sind Reaktionen der Politik auf die Anfang der 80er Jahre mit dem Begriff „Waldsterben“ bezeichneten, großflächig auftretenden neuartigen Waldschäden. Sie haben aufgedeckt, dass es sich dabei um Symptome einer komplexen Walderkrankung handelt, für deren Entstehung abiotische wie biotische Faktoren eine Rolle spielen. Die Ergebnisse der Waldzustandserhebung haben wesentlich dazu beigetragen, dass von Seiten der Politik erfolgreiche Maßnahmen zur Reinhaltung der Luft, zum Schutz der Waldböden ergriffen und der ökologische Waldumbau forciert wurden.

Die Waldzustandserhebung (Level I) zur Charakterisierung der Vitalität der Waldbäume auf der Basis der Kronenverlichtung wird von verschiedenen Seiten als zu unscharf kritisiert. Die Kronenverlichtung ist sicher nur ein unspezifisches Symptom zur Beschreibung der Vitalität der Wälder, sie liefert jedoch gut vergleichbare und qualitätskontrollierte Daten. Durch eine integrierte Auswertung mit den Daten, die auf Dauerbeobachtungsflächen (Level II) erfasst werden, erhalten wir wichtige Informationen über den Zustand der Bäume, der übrigen Waldvegetationen und des Bodens, sowie über das Klima und die Stoffeinträge. Aus ihrer Entwicklung in einer langfristigen Zeitreihe lassen sich hervorragende Aussagen für die Belastungssituation des Waldes ableiten.

Die Stiftung Wald in Not kommt daher zu dem Ergebnis, dass die jährliche Erfassung des Kronenzustandes der Waldbäume weiterhin sinnvoll ist, um Vitalitätstrends rechtzeitig zu erkennen und durch die parallele Untersuchung weiterer Einflussfaktoren, beispielsweise der Witterungsentwicklung, Wirkungszusammenhänge aufzuzeigen. Über die Ergebnisse sollte jährlich berichtet werden. Da die Entwicklung nur über langfristige Trends sicher zu beschreiben ist, empfiehlt die Stiftung der Bundesregierung, mindestens einmal in der Legislaturperiode einen „Nationalen Waldbericht“ mit einer ausführlicheren Analyse von Trends und Wirkungszusammenhängen vorzulegen.

Die EU wird aufgefordert, sich im Rahmen einer europäischen Waldstrategie weiterhin die Möglichkeit zu erhalten, die Finanzierung eines umfassenden forstlichen Umweltmonitorings zu gewährleisten. Vor dem Hintergrund eines sich abzeichnenden Klimawandels und der Bemühungen um die Erhaltung der biologischen Vielfalt, ist die regelmäßige Beobachtung des Zustandes unserer Wälder von besonderer Bedeutung. Sie ist ein unverzichtbarer Bestandteil eines umfassenden Umweltmonitorings in Europa.

Kurzfassung der Vorträge:

Vorstellung der Methode der Waldzustandserhebung und ihre Umsetzung in den Bundesländern/ dargestellt am Beispiel des Freistaates Thüringen.
Anett Wenzel, Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei, Gotha

Die Waldzustandserhebung aus der Sicht des Bundes.
Dr. Heino Polley, Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft, Eberswalde

Die Rolle der Waldzustandserhebung im forstlichen Umweltmonitoring – Das Gesamtkonzept in Rheinland-Pfalz.
Dr. Joachim Block, Forschungsanstalt der Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland Pfalz, Trippstadt

„Waldzustandserhebung (Level I) – Einordnung und Bedeutung im Gesamtsystem des forstlichen Umweltmonitorings, Rationalisierungsmöglichkeiten und Konsequenzen für das Gesamtkonzept des Freistaates Sachsen“.
Dr. Dirk-Roger Eisenhauer, Staatsbetrieb Sachsenforst, Pirna-Graupa

Die Erfassung der Kronentransparenz vermitteln kein realistisches Bild vom Zustand und von der Gefährdung unserer Wälder“. (pdf-Datei 53 KB)
Prof. Dr. Karl-Eugen Rehfuess, München, (Mitglied der Kommission für Ökologie der Bayerischen Akademie für Wissenschaften)

„Von der Waldschadenserhebung zu einem Nachhaltigkeitsbericht über den Wald“ – Fit für die Zukunft: 24 Jahre Waldzustandserhebung in Bayern
Hans-Peter Dietrich, Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Freising

„Neue Auswertungsmöglichkeiten und zukünftige Ausrichtung des Forstlichen Umweltmonitorings“.
Dr. Klaus von Wilpert, Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, Freiburg

„Ökosysteme reagieren, wenn die Politik agiert“ – Interaktionen eines dynamischen Verknüpfungsgebildes
Prof. Dr. Friedrich Beese, Forschungszentrum Waldökosysteme, Göttingen

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Pappeltagung
am 11./12. September 2006, in Rees

Aus Anlass der Ausrufung unserer heimischen Schwarzpappel zum „Baum des Jahres 2006“ hatte das Kuratorium Baum des Jahres gemeinsam mit der Stiftung Wald in Not und dem Landesverband Nordrhein-Westfalen der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zu einer „Pappeltagung“ in Rees am Niederrhein eingeladen. Dr. Silvius Wodarz, Vorsitzender des Kuratoriums konnte rd. 70 Teilnehmer im Saale des Bürgerhauses in Rees begrüßen.

In seinen einleitenden Worten stellte er das Kuratorium, seine Mitglieder und seine Zielsetzung vor. Mit der Ausrufung zum „Baum des Jahres“ möchte das Kuratorium vor allem seltene und bedrohte Baumarten stärker in das Licht der Öffentlichkeit drücken und damit Maßnahmen zu deren Erhaltung anstoßen.

Der Reeser Bürgermeister Dr. Bruno Ketteler brachte in seinen Begrüßungsworten seine Freude über die Wahl des Ortes der Veranstaltung zum Ausdruck und wies darauf hin, dass gerade in der Umgebung von Rees noch einige der seltenen Schwarzpappeln zu finden sind. Engagierte Bürger haben sich in der Vergangenheit für die Erhaltung alter Schwarzpappeln eingesetzt und junge Bäume nachgepflanzt.

Marie-Luise Fasse, MdL, Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald in Nordrhein-Westfalen, leitete ihr Grußwort mit einem Pappelgedicht ein und konnte einiges kurioses über den Baum berichten. So soll man seinen Kopf in eine alte Pappel halten, wenn der Haarwuchs nicht mehr üppig ausfällt.

Dr. Christoph Abs, Tagungsleiter und Vertreter der Stiftung Wald in Not wies in seinen einleitenden Worten vor allem auf das seit Beginn 2005 laufende Projekt zur Erhaltung der Schwarzpappel im Nationalpark „Unteres Odertal“ hin. Mit diesem Projekt möchte die Stiftung Erfahrungen sammeln, wie zukünftig in anderen Gebieten neue Auewälder mit Schwarzpappeln angelegt werden könnten. Dazu wird ein entsprechender Leitfaden herausgegeben.

Nordrhein-Westfalens Minister für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Eckhard Uhlenberg, MdL, Schirmherr der Veranstaltung, gab in seinem Grußwort einen Überblick über die Geschichte des Pappelanbaus in Nordrhein-Westfalen, die Bemühungen zu Erhaltung der seltenen Schwarzpappeln und einen Ausblick zur Zukunft der Pappel als schnell wachsende Baumart. Für sie gibt es in Zukunft verstärkt neue Nutzungsmöglichkeiten, beispielsweise als Energieholz.

Gemeinsam mit Marie-Luise Fasse, Bürgermeister Ketteler und Silvius Wodarz pflanzte er im Reeser Stadtteil Empel eine Schwarzpappel.

Einen weitgespannten Überblick über Biologie, Ökologie und Verwendung der Pappel bzw. der Schwarzpappel gab dann Prof. Dr. Andreas Roloff von der TU Dresden in Tharandt, in seinem Eröffnungsreferat. Er konnte viel interessantes und Teils auch kurioses über die Pappel berichten, dass vielen der Teilnehmer noch nicht bekannt war. So beispielsweise dass die Mona Lisa auf Pappelholz gemalt wurde. Ebenfalls werden heute hochwertige Snowboards aus Pappelholz gefertigt. Mit dem Lied „Eine Pappel steht am Karlsplatz“ von Berthold Brecht und dem Holzschuhtanz aus „Zar und Zimmermann“ von Lortzing, den er in Pappelholzschuhen gemeinsam mit Gisela Behrendt aufs Parkett legte, rundete er seinen begeisternden Vortrag ab.

Gisela Behrendt sprach anschließend über die Bedeutung der Pappel für die niederrheinische Landschaft und deren Ästhetik. Angeregt durch die Bilder der Malerin Roswitha Lohmann, entdeckte sie die Bedeutung der Pappel für Geschichte, Kunst, Landschaftsästhetik und Wirtschaft ihrer niederrheinischen Heimat und berichtete darüber in ihrem Vortrag.

In den beiden folgenden Vorträgen berichteten Lydia Schulze und Dr. Johann Heyder von der Forstgenbank Nordrhein-Westfalen über die Vorkommen der Schwarzpappel in Nordrhein-Westfalen und die von der Forstgenbank getroffenen Maßnahmen zur Erhaltung und Wiedereinbringung der reinrassigen Schwarzpappel in Landschaft und Wälder. Seit 1987 erfasst die Forstgenbank alle ihr bekannten und gemeldeten Bestände der heimischen Schwarzpappeln. Eine klare Unterscheidung zu Schwarzpappelhybriden ist wegen des engen Verwandschaftsverhältnisses nur durch aufwendige genetische Untersuchungen möglich.

Bisher, so Lydia Schulze, wurden landesweit 505 Vorkommen der Schwarzpappeln genetisch eindeutig identifiziert. Diese befinden sich vor allem entlang des Rheins sowie im Bereich der westfälischen Bucht. Frau Schulze, die in der Forstgenbank auch für die Anzucht seltener Baumarten zuständig ist, berichtete, dass aus den heimischen Schwarzpappelbeständen jährlich in Form von Steckhölzern über 1.000 Schwarzpappelpflanzen angezogen werden. Mit diesen Pflanzen sollen auf geeigneten Standorten, wie Flussauen, Altwasserarmen oder auf vom Grundwasser beeinflussten Böden, neue Schwarzpappelbestände entstehen. Einige Pflanzen hatte Frau Schulze zur Veranstaltung mitgebracht. Sie fand schnell Abnehmer, die versprachen, die Bäumchen an geeigneten Standorten auszupflanzen.

Dr. Heyder leitete seinen Vortrag mit einem pessimistischen Ausblick in die Zukunft der Schwarzpappel ein. Er wies darauf hin, dass für eine natürliche Vermehrung der Schwarzpappel geeignete Lebensräume notwendig wären. Diese seien in Nordrhein-Westfalen äußerst selten geworden. Die Forstgenbank verstehe daher ihre Bemühungen um die Erhaltung der heimischen Schwarzpappel als Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt insgesamt sowie der genetischen Vielfalt dieser seltenen Baumart. Dabei richte man den besonderen Augenmerk auf die genetische Vielfalt. Dies sei besonders wichtig, da viele der aufgefundenen Schwarzpappelpflanzen aus einem und dem selben Pappelklon stammen.

Ein beispielhaftes Projekt zur Wiedereinbringung der Schwarzpappel am Rhein und seinen Nebenflüssen Sülz und Agger stellte FDir. Jörg Pape vor. Dieses Projekt wird gesponsert worden von der Lufthansa CityLine, deren beispielhaften Engagement der Umweltbeauftragter Charles S. Hofer erläuterte. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt vom botanischen Institut der Universität Köln. Pape wies darauf hin, dass die Pappelpflanzen im Projektgebiet besonderen Schutzes bedürfen, da diese Bereiche sehr stark durch den Erholungssuchenden genutzt werden. Sehr gerne werden die zum Schutz der Pflanzen angebrachten Pfähle entfernt und als Feuerholz verwendet. Pape, zuständig auch für die Flächen der Wasser- und Schiffsverwaltung entlang des Rheines, berichtete des weiteren, dass es gerade dort Konflikte zwischen den Belangen der Schifffahrt und der Erhaltung dieser seltenen Baumart gibt. Er ist bemüht, Verständnis für die Schwarzpappel zu wecken und Konfliktlösungen zu suchen, um auch entlang des Rheins wieder Schwarzpappeln pflanzen zu können.

Über Erfahrungen mit der Pappelwirtschaft im Rheinland und seine Erwartungen für die Zukunft sprach FDir. Uwe Schölmerich vom Forstamt Bonn-Kottenforst-Ville. Vor dem Hintergrund einer befürchteten Holznot habe man sich im Rheinland nach dem 2. Weltkrieg sehr stark für den Anbau der Pappel engagiert und sei dabei auch von politischer Seite tatkräftig unterstützt worden. Hervorragende Dienste leistete die Pappel bei der Rekultivierung und Wiederbewaldung ehemaliger Tagebau- und Haldenflächen im rheinischen Braunkohlerevier. Mit Hilfe der Pappel als Vorwald für andere Baumarten sind in, aus waldbaulicher Sicht, kurzer Zeit Waldbestände herangewachsen, die bereits das Bild eines gemischten, naturnahen Waldes vermittelten und besonders für den Erholungsverkehr attraktiv sind. Durch negative Erfahrungen der Forstleute mit der Pappel, aufgrund falscher Sortenwahl und Pflanzung auf nicht geeigneten Standorten, sei die Pappel in Misskredit geraten. Hinzu ist später auch der Rückgang von Absatzmöglichkeiten für Pappelholz gekommen, beispielsweise durch den Ersatz von Holzkisten für Obst aus Pappelholz durch Kunststoffkisten. Schölmerich sieht aber für die Pappel wieder eine waldbauliche Zukunft, nicht nur im Rahmen von Schnellwuchsplantagen. Wichtig sei, das verlorengegangene Wissen über Sorten und Herkünfte der Pappel aufzufrischen. Dabei sollte man Pappelsorten aus Nordamerika und die dortigen Erfahrungen mit dem Pappelanbau nicht außer Acht lassen.

Einen überraschenden Aspekt der Nutzung der Pappel stellt Jens-Gerrit Eisfeld im letzten Vortrag der Veranstaltung vor. Als Forststudent in Freiburg hatte er die besonderen Eigenschaften des Pappelflaums entdeckt und nach Abschluss seines Studiums ein Unternehmen gegründet, das sich mit der Nutzung von Pappelflaum und seine Verarbeitung in Textilien befasst. Anhand verschiedener Testergebnisse konnte er die besonderen Eigenschaften des Pappelflaums als pflanzliche Faser vorstellen. Zur Herstellung von Bettdecken wird der Pappelflaum mit anderen Fasern, wie Baumwolle, Seide oder Kamelhaar, verarbeitet. Dabei haben die Decken unterschiedliche Eigenschaften. Pappelflaum hält beispielsweise die Wärme besser als Daunen. Er ist extrem leicht. Er ist die feinste, hohle Textilfaser weltweit und hat in Kombination mit anderen Naturfasern, wie Seide, eine gute feuchte Regulierung. Eisfeld stellte Ernte- und Verarbeitungsmethoden für den Pappelflaum vor. Z. Zt. erntet er den Pappelsamen zur Gewinnung des Flaums aufgrund der geringen Lohnkosten in Rumänien.

Den Abschluss der Veranstaltung am ersten Tag bildete eine Pappel-Performance aus Tanz, Musik und Film in den alten Kasematten des Koenraad-Bosman-Museums in Rees.

Der zweite Tag der Veranstaltung führte die Teilnehmer im Rahmen einer Exkursion in das Naturschutzgebiet „Bislicher Insel“ bei Xanten. Auf dem Weg führte das Ehepaar Lohmann die Teilnehmer zu alten Schwarzpappeln am Ufer des Rheines.

Auf der „Bislicher Insel“ stellte Dr. Wilfried Schulze vom Regionalverband Ruhr die Konzeption für die Entwicklung des Naturschutzgebietes vor. Hier soll wieder ein naturnaher Auewald entstehen. Neben noch vorhandenen Altbäumen, wurden auf Renaturierungsflächen Schwarzpappeln gepflanzt. Dabei verwandte man Setzhölzer, die aus Aststücken der noch vorhandenen Altbäume gewonnen wurden. Diese jungen Bäume haben sich erstaunlich gut entwickelt. Weitere Baumarten haben sich in großer Zahl auf den Flächen natürlich angesamt. Da das Gebiet dem Prozessschutz dienen soll, erfolgen keinerlei forstliche Eingriffe. Das Gebiet wird als Folge des Bergbaus in den nächsten Jahren absinken, so dass die für eine Auewaldentwicklung notwendigen grundwassernahen Standorte entstehen. Den Abschluss der Exkursion bildete der Besuch des noch im Aufbau begriffenen Informationszentrums: „NaturForum Bislicher Insel“.

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„Schwarzpappel-Projekt“ bei Veranstaltung zum „Baum des Jahres“ vorgestellt!
„Pappelfreunde“ treffen sich im Nationalpark „Unteres Odertal“

Das „Kuratorium Baum des Jahres“ hatte am 11. und 12. Mai 2006 zur traditionellen Veranstaltung zum „Baum des Jahres 2006“ in den Nationalpark „Unteres Odertal“ eingeladen. Organisiert wurde die Veranstaltung im Schloß Criewen bei Schwedt von der Landesforstanstalt Eberswalde und dem Nationalpark „Unteres Odertal“. Der Vorsitzende des Kuratoriums, Dr. Silvius Wodarz, konnte rd. 40 Teilnehmer begrüßen, darunter den Staatssekretär im Brandenburgischen Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz, Dietmar Schulze, der, was besonders anzumerken ist, sich die Zeit nahm, bis zum Ende des ersten Tages an der Veranstaltung teilzunehmen.

In einem Einleitungsreferat stellte der Stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums, Prof. Dr. Andreas Roloff, Tharandt, Biologie, Ökologie und Verwendung der Schwarzpappel im Speziellen, aber auch der Pappel im Allgemeinen, vor. Den Abschluss bildete ein Holzschuhtanz in Pappelholzschuhen nach der Musik aus der Oper „Zar und Zimmermann“ von Lortzing. Dr. Eberhard Aldinger, Freiburg, berichtete über die Bemühungen im Land Baden-Württemberg, vor allem in den Auewaldrelikten am Oberrhein, die Schwarzpappel zu erhalten. Die weiteren Referate befassten sich mit der Erfassung und den notwendigen Maßnahmen zur Erhaltung der Schwarzpappel in Europa, sowie deren Vitalitätsentwicklung und möglicher Gefährdungsursachen.

Dr. Michael Tautenhahn von der Landesforstanstalt Eberswalde konnte das Auewaldinitialisierungsprojekt mit Schwarzpappeln im Nationalpark „Unteres Odertal“ vorstellen, das die Stiftung Wald in Not gemeinsam mit der Landesforstanstalt und dem Nationalpark durchführt. Das Projekt war auch Anlass, die Tagung des Kuratoriums im Nationalpark zu veranstalten. Die ersten Ergebnisse des Projektes zeigten die besonderen Schwierigkeiten, die eine Wiedereinbringung der Schwarzpappel in die dafür geeigneten Lebensräume mit sich bringt. Besonders wichtig ist die Verwendung geeigneten Pflanzmaterials. Im Frühjahr 2005 wurde die erste Versuchsfläche angelegt. Die Vitalität der vor einem Jahr gepflanzten Bäume konnte in diesem Frühjahr als überwiegend gut angesprochen werden. Auch das Hochwasser in diesem Frühjahr scheinen fast alle Pflanzen gut überstanden zu haben. Pflanzen in tieferen Geländen, die während des Winters überflutet und zugefroren waren, wurden aber teilweise durch Eis geschädigt. Die Folgen dieser Schäden lassen sich z. Zt. noch nicht absehen.

Am zweiten Tag der Veranstaltung begaben sich die Teilnehmer bei herrlichem Sonnenschein mit dem Fahrrad auf eine Exkursionsrute durch den Nationalpark, um sich die einzelnen Versuchsflächen des Schwarzpappelprojekts anzuschauen. Im Bereich dieser Flächen sind auch noch einzelne alte Schwarzpappeln vorhanden, deren Vitalität aber in vielen Fällen zu wünschen übrig lässt. Daher kommt dem Projekt besondere Bedeutung für die Erhaltung der Schwarzpappel im Nationalpark zu.

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„Wald tut wohl, Wald bewegt“
Die Wirkungen des Waldes auf Gesundheit und Wohlbefinden

Gemeinsame Veranstaltung der Stiftung Wald in Not und der Fischer-Dürr-Stiftung, am 8./9.06.2005, in Freiburg

Rund 40 Teilnehmer konnte die Vorstandsvorsitzende der Stiftung Wald in Not, Dr. Hedda von Wedel, zu einer gemeinsamen Veranstaltung der Stiftung Wald in Not und der Fischer-Dürr-Stiftung zur Förderung des ökologischen Waldbaus und des Waldnaturschutzes in Freiburg begrüßen. Gastgeber der Veranstaltung war die Deutsche Bank, die ihren Sitzungssaal über den Dächern von Freiburg mit einem herrlichen Blick auf den Schwarzwald für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt hatte. Dafür bedankte sich Frau Dr. von Wedel bei Hans-Georg Ressig, dem Vertreter der Bank, und gleichzeitig Vorstandsvorsitzenden der Fischer-Dürr-Stiftung.

Als Einleitung in das Thema stellte Dr. Eva-Maria Mößmer die von ihr verfasste neue Broschüre der Stiftung Wald in Not: „Wald tut wohl!“ vor. Die Broschüre stellt die Wirkungen des Waldes auf Gesundheit und Wohlbefinden unter verschiedenen Aspekten dar. Neben den besonderen bioklimatischen Eigenschaften des Waldes und seiner reinen, staubarmen Luft, werden die positiven Wirkungen der körperlichen Bewegung im Walde beschrieben. Neben Tipps für entspannte „Wohlfühlmomente“ im Wald, soll eine kleine Auswahl von Wildpflanzenportraits dazu verleiten, die heilsame Wirkung heimischer Kräuter, Beerensträucher und „Apothekenbäume“ selbst auszuprobieren und zu nutzen.

Die Diplombiologin Margot Spohn, Mitautorin des Kosmos-Naturführers: „Die Baum- und Strauchapotheke“ stellte Möglichkeiten einer medizinischen Verwendung von Teilen unserer heimischen Baum- und Straucharten dar. In der Volksmedizin werden sie bereits seit Jahrhunderten bei bestimmten Leiden angewandt und das Wissen über ihre Heilwirkung wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Bei einzelnen in unseren Bäumen und Sträuchern enthaltenen Wirkstoffen ist ihre Wirkung auch mit wissenschaftlichen Methoden und Studien nachgewiesen. Aber auch Homöopathie und Bachblütentherapie setzen in großem Umfang auf Wirkstoffe, die in den Bäumen und Sträuchern des Waldes enthalten sind.

Prof. Dr. Franz Daschner, Krankenhaushygieniker und Vorsitzender der Stiftung viamedica, in Freiburg, berichtete über seine Untersuchungen zur mikrobiellen Wirkung von Holz und seinem Einsatz in hygienisch kritischen Bereichen. Ergebnis der Untersuchung ist, dass viele der in Krankenhäusern häufig vorkommenden Keime auf Holz zum Teil schneller absterben, als auf glatten Oberflächen aus Kunststoff oder Glas. Holz lasse sich auch mit Desinfektionsmitteln behandeln. Es gebe daher aus Sicht des Hygienikers keine Gründe auf die Ausstattung von Krankenzimmern mit Holz zu verzichten, denn Holz vermittelt eine „Wohlfühlatmosphäre“. Daschner regte an, das Thema durch weitere Forschung, auch aus dem Bereich der Forst- und Holzwirtschaft, zu vertiefen.

An zwei Praxisbeispielen wurde das Thema: „Wald und Gesundheit als Dienstleistungsangebot für Forstbetriebe“ vorgestellt. Forstamtmann Helmut Steuer, Produktleiter Erholung, Walderlebnis, Öffentlichkeit und Marketing, beim Forstamt Saarburg (Rheinland-Pfalz) berichtet über ein Seminarangebot des Forstamtes zur Stressbewältigung. Das Konzept wurde vom Forstamt Saarburg gemeinsam mit dem Gesundheitspark Trier entwickelt. Im Rahmen des Seminars lernten die Teilnehmer unter der fachkundigen Anleitung einer Psychotherapeutin Methoden der Entspannung in der besonderen Atmosphäre des Waldes kennen. Mit verschiedenen therapeutischen Ansätzen wurde die „Waldatmosphäre“ dazu genutzt, die Wahrnehmung des eigenen Körpers und der direkten Umwelt zu intensivieren und das „Wohlfühlerlebnis“ zu steigern.

Der Wald wird von vielen Menschen für sportliche Aktivitäten genutzt. Die sogenannte „Trimm-Dich-Welle“ brachte vor 30 Jahren die Trimmpfade in den Wald. Im Stadtwald Freiburg war die Wiederherstellung eines in die Jahre gekommenen Trimmpfades notwendig. Dies war der Anlass für ein gemeinsames Projekt des städtischen Forstamtes mit dem Institut für Sport und Sportwissenschaft und dem Institut für Sportmedizin der Universität Freiburg ein neues Konzept zu entwickeln, das die Erkenntnisse der Sportwissenschaft und der Sportmedizin stärker berücksichtigt. So entstand in Zusammenarbeit der drei Partner der „Fitness-Parcours am Hirzberg“ im Stadtwald Freiburg. Armin Backhaus vom Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Freiburg stellte das Konzept vor. Die mit einfachen Mitteln aus Holz hergestellten Geräte bieten verschiedenen Altersstufen sowie abgestuft auf den Grad der sportlichen Leistungsfähigkeit, Übungsmöglichkeiten. Diese werden dem Nutzer sehr anschaulich auf entsprechenden Hinweistafeln dargestellt.

Am 2. Tag der Veranstaltung führte eine Exkursion in den Freiburger Stadtwald. Armin Backhaus erläuterte die Nutzungsmöglichkeiten des „Fitness-Parcours“ vor Ort und einige Exkursionsteilnehmer testeten ihre „Fitness“ gleich an einzelnen Stationen des Parcours. Mit Andreas Schäfer, Mitarbeiter des städtischen Forstamtes, wanderte man weiter durch den Wald rund um den Schlossberg. Unterwegs informierte er über weitere Angebote für sportliche Aktivitäten im Wald, z. B. Nordic-Walking-Strecken oder Routen für Mountainbiking. Auch die auftretende Konflikte mit anderen Erholungssuchenden wurden dabei angesprochen. Eine eigens vom städtischen Forstamt entwickelte „Waldfreizeitkarte“ für Freiburg gibt dem Bürger vielfältige Informationen zu Erholung, Sport und Freizeit im Stadtwald. Nach dem Willen des Gemeinderates stellt die Stadt Freiburg das großzügige Angebot ihren Bürgern kostenlos zur Verfügung. Dies regte die Teilnehmer zur Diskussion der Frage an, ob die Bürger dazu bereit wären, für ein derartiges „Dienstleistungsangebot“ der Forstwirtschaft auch einen finanziellen Beitrag zu leisten und ob nicht Möglichkeiten gefunden werden müssten, die Nutzer des Sport- und Freizeitangebotes im Wald an den Herstellungs- und Erhaltungskosten zu beteiligen. Eine Frage, die im Zeichen „leerer Kassen“ an Bedeutung gewinnen wird.

Die neue Broschüre „Wald tut wohl“ ist bei der Geschäftsstelle der Stiftung Wald in Not, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, erhältlich. Bitte bei Bestellung 0,85 € Rückporto in Briefmarken beifügen.

Die Broschüre kann auch insgesamt bzw. die Kapitel einzeln als pdf-Dateien herutergeladen werden.

Zum Inhaltsverzeichnis dieser Broschüre

(Dr. Christoph Abs)

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Tagungsbericht „Ohne Schutzwald geht’s bergab!“ erschienen

Die Stiftung Wald in Not veranstaltete am 18.09.2002 gemeinsam mit dem Bayrischen Forstamt Füssen in Pfronten/Allgäu eine Informationstagung zum Thema: „Ohne Schutzwald geht’s bergab! – Welchen Beitrag leistet eine nachhaltige Nutzung zur Erhaltung der Schutzfunktion unserer Bergwälder?“ Die Stiftung Wald in Not wollte mit dieser Tagung aus Anlass des „Internationalen Jahres der Berge 2002“ auf die Probleme der Forstwirtschaft im Gebirge und ihre Bedeutung für die Erhaltung der Schutzfunktion der Bergwälder aufmerksam machen.

Die Vorträge der Tagung sowie ein Exkursionsbericht wurden jetzt in einer Dokumentation veröffentlicht. Die 48seitige Broschüre (DIN A5) ist beim Projekt Wald in Not, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn erhältlich. Bei Bestellungen bitte 0,85 Euro als Rückporto in Briefmarken beifügen.

Die Veranstaltung wurde gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und die Landwirtschaftliche Rentenbank.


Tagungsbericht zum Symposium "NEWFOR - Neue Wälder für Europa" noch erhältlich
Zum Symposium "NEWFOR – New Forests For Europe: Afforestation at the Turn of Century", dass am 16. und 17. 2. 2000 in Freiburg stattfand, sind noch Exemplare des Tagungsberichtes (245 Seiten) in englischer Sprache, erschienen in den EFI Proceedings No.. 35, 2000, beim Projekt Wald in Not erhältlich. Schutzgebühr: 8, - Euro.


Zur Veranstaltung "Wald und Boden" am 18./19.10.2001 in Göttingen ist die Tagungsdokumentation in der Schriftenreihe des Forschungszentrums Waldökosysteme erschienen. Die Broschüre kann bei der Geschäftsstelle des Projektes Wald in Not, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn, bestellt werden.
Bei Bestellungen bitte 0,85 Euro in Briefmarken beifügen.


 

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