Waldschäden weiter auf hohem Niveau!

Waldumbau-Maßnahmen und Sanierung der Waldböden müssen fortgesetzt werden.

Die seit über 20 Jahren durchgeführten Erhebungen des Waldzustandes zeigen uns, dass Waldschäden eine Realität sind, trotz anders lautender Meinungen verschiedener Experten. Darauf wies Dr. Christoph Abs, Geschäftsführer der Stiftung Wald in Not, im Rahmen eines Pressegespräches, am 5.7.2005, in Lambach (Bayerischer Wald), hin. Die Entwicklung der Schäden in den vergangenen beiden Jahren hat gezeigt, dass Witterungsextreme im Zusammenspiel mit Bodenversauerung, gestörten Nährstoffkreisläufen und geschädigten Wurzelsystemen die Vitalität der Waldbäume erheblich schwächen.

Die Stiftung Wald in Not fordert, trotz Erfolge bei der Minderung von Schwefeldioxydemissionen in den vergangenen 20 Jahren, weitere Maßnahmen zur Senkung der Schadstoffeinträge in unsere Wälder. Vor allem die Stickstoffimmissionen aus Industrie, Verkehr und Landwirtschaft liegen immer noch auf einem Niveau, das die Stabilität der Waldökosysteme in erheblichem Umfang negativ beeinflusst. Über viele Jahrzehnte haben sich in Waldböden erhebliche Mengen an Schadstoffen angesammelt, die nur sehr langsam abgebaut werden. Der Boden hat ein langes Gedächtnis! Seit vielen Jahren wird die Entwicklung des Waldzustandes auf Dauerbeobachtungsflächen erfasst. Die Ergebnisse zeigen, dass nahezu auf allen Messflächen die kritischen Werte für Stickstoff- und Säureeinträge überschritten werden. Eine „tickende Zeitbombe“ für die Qualität unseres Grundwassers, damit unserer wichtigsten Trinkwasservorräte.

Als wichtige Ergänzung der jährlich europaweit durchgeführten Erhebungen des Kronenzustandes der Waldbäume begrüßt die Stiftung Wald in Not, dass in den kommenden 3 Jahren (2006 - 2008) die zweite bundesweite Bodenzustandserhebung durchgeführt wird. Von den Ergebnissen erwartet die Stiftung bessere Erkenntnisse zur Entwicklung des Zustandes unserer Wälder sowie differenziertere Hinweise zur Notwendigkeit weiterer Maßnahmen zur Sanierung der Waldböden.

Neben dem weiteren Abbau der Schadstoffeinträge, ist ein Waldumbau zu Mischbeständen notwendig, um unsere Waldökosysteme zu stabilisieren. Bei entsprechendem Bodenzustand (Versauerung) ist dazu in vielen Wäldern die Bodenschutzkalkung eine Voraussetzung für erfolgreiche Umbaumaßnahmen.

Die Kosten sollten nicht alleine von den Waldbesitzern getragen werden, da die Schäden von uns allen verursacht werden. Eine Finanzierung des Waldumbau und der Bodenschutzkalkung ist, nach Auffassung der Stiftung Wald in Not, eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nicht nur in den staatlichen Wäldern vom Steuerzahler finanziert werden sollen.

Weitere Informationen zu „Waldboden“ sowie „Wald und Wasser“ bei der Geschäftsstelle der Stiftung Wald in Not, Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn

Zurück zu Pressemitteilungen