Die höheren Lagen und die Kammlagen des Zittauer Gebirges waren in der 2. Hälfte des 20. Jh. sehr starken Immissionen, insbesondere durch Schwefelverbindungen, ausgesetzt. Diese Luftverschmutzungen hatten ihre Ursache in der umfassenden Nutzung der Braunkohle als Energie- und Wärmelieferant in der DDR sowohl als auch in Polen und der CSSR.
Die Weißtanne als eine einheimische Baumart galt bereits in den 60er Jahren in der Region als ausgestorben. Die Hauptbaumart Fichte zeigte auch ab diesem Zeitpunkt erhebliche Probleme mit den Luftschadstoffen. Eine Temperaturinversion zum Jahreswechsel 1979 / 80 mit einem Temperatursturz von 25° innerhalb weniger Stunden führte zum flächigen Absterben der Fichte im Zittauer Gebirge in Höhenlagen über 500 m nN. Betroffen von diesem Ereignis waren ca. 600 ha Wald.
Es stellte ein großes Problem dar, nach der Beräumung der Bestände geeignete Pflanzen für die Wiederaufforstung zu bekommen. Die Baumschulen verfügten de facto über kein Laubholz (Buche); aber es mussten Alternativen zur Fichte gefunden werden. Aus der Not heraus wurde damals auf die Murraykiefer, die Lärche und die Serbische Fichte ausgewichen. Diese Baumarten galten nach empirischen Beobachtungen und einigen wissenschaftlichen Untersuchungen toleranter gegenüber Schwefelverbindungen als die Fichte. Als einheimisch oder standortgerecht können diese „Alternativbaumarten“ nicht bezeichnet werden. Einzig wichtig war damals die Erhaltung des Waldes als Vegetationsform überhaupt. Beginnend mit dem Alter 20 zeigten diese Bestände erste Probleme (Kronenbrüche durch Schneelasten / Eisanhang, Pilzinfektionen, Absterbeerscheinungen), die sich in den Folgejahren weiter verstärkten und heute bis zur schrittweisen Auflösung führen.
Vor diesem Hintergrund unterstützt das Projekt Wald in Not mit Hilfe von Spenden der Firma Musterring seit einigen Jahren gezielt Maßnahmen gegen diese Spätfolgen der klassischen Rauschschäden. Der städtische Forstbetrieb Zittau hat konzentriert am Buchberg im Revier Jonsdorf begonnen, die geschilderten Alternativbestockungen umzubauen. Der Buchberg erreicht ca. 700 m Höhe über nN mit durchschnittlichen Niederschlägen von ca. 800 mm. Die natürlichen Waldgesellschaften bestehen aus Fichte, Tanne, Buche, Bergahorn und tw. Kiefer.
2009 / 2010 wurde ein Voranbau mit Fichte, Buche und Weißtanne auf ca. 2 ha am Südhang des Buchbergs durchgeführt. Die Witterungsbedingungen passten in diesem Frühjahr hervorragend; es konnte zeitig im April begonnen werden. Das nasskalte Wetter hielt den ganzen Mai und tw. noch im Juni an, so dass kaum mit Ausfällen infolge Trockenheit gerechnet werden muss. Mäuse, Rüsselkäfer und Graswuchs spielen bei diesen Voranbauten sowieso eine untergeordnete Rolle.
Mit dem Projekt wurde ein Stück Zukunft gestaltet und ein naturnaher Wald begründet.