So "stirbt" der Wald!

Lexikon
Immission
Einwirkung von Luftverunreinigungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen sowie der Eintrag in den Boden. Gegensatz dazu: "Emission" - Abgabe von Luftverunreinigungen aus einer Anlage (Emissionsquelle), beispielsweise Autos, Kraftwerke oder Industrieanlagen. Vor allem giftige Aluminium-Ionen schädigen das Wachstum der Feinwurzeln und die für die Streuzersetzung verantwortlichen Bodenlebewesen. Folge ist eine Beeinträchtigung der Nährstoffaufnahme und des Baumwachstums. Auch die Qualität des Grundwassers ist in Gefahr.
Freisetzung von giftigen Metallionen
Schwefel-
dioxid
SO2
Farbloses, stechend riechendes, nicht brennbares Gas. Es entsteht u. a. bei der Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas). Durch die Bodenversauerung auf Grund des Eintrags von Säure in unsere Waldböden werden vor allem die basisch wirkenden Nährstoffe Calzium, Magnesium und Kalium ausgewaschen.
Aus-
waschung von Nährstoffen im Boden
Stickoxide
NOx
Ein zusammenfassender Begriff für Stickstoff-Monoxid (NO) und Stickstoff-dioxid (NO2); sie entstehen bei allen Verbrennungsvorgängen als Verbindung zwischen dem Stickstoff der Luft und dem Sauerstoff. NO reagiert in der Luft schnell zu NO2, daraus kann sich wiederum Salpetersäure, ein Mitverursacher des "Sauren Regens", bilden. Außerdem können Stickoxide unter Einwirkung von Sonnenlicht zu Photooxidantien, z.B. Ozon, reagieren. Stickstoff, vor allem in Form von Ammoniak, wird von den Bäumen über Blätter und Nadeln sowie durch Eintrag in den Boden durch die Wurzeln aufgenommen.
Aufnahme über Boden und Kronen
In den letzten Jahrzehnten werden unsere Wälder aus der Luft mit Stickstoff, vor allem in der Form von NOx aus Industrie und Verkehr sowie NH3 aus Gülle und Kläranlagen, überdüngt. Folge der Überdüngung ist ein Nährstoffungleich-
gewicht im Boden.
Einseitiger Nährstoff-
überschuss
Ozon O3
Ozon gehört zu den Photooxidantien. Es entsteht durch Einwirkung ultravioletter Strahlung in der oberen Erdatmosphäre. Es wird aber auch in bodennahen Luftschichten bei gleichzeitigem Auftreten von Stickoxiden und Kohlenwasserstoffen unter Sonnen-
einstrahlung gebildet. Größere Konzentrationen entstehen an klaren, sonnigen Tagen. Ozon kann Menschen, Pflanzen und Materialien schädigen. Es ist vor allem am sogenannten "Sommersmog" beteiligt.
Ursache sind Wachstumsstörungen auf Grund von Nähstoffungleichgewichten oder Nährstoffmangel. Sie werden auch verursacht durch Krankheitserreger und Schadinsekten, ebenso durch Wassermangel in Trockenperioden, als Folge von Wurzelschäden.
Blatt- und Nadel-
verluste
Ebenfalls eine Folge der Wurzelschäden. Dies bedeutet, dass der Baum leichter vom Sturm umgeworfen werden kann: Sturmanfälligkeit.
Verlust von Standfestig-
keit
Organische Kohlen-
wasser-
stoffe
CH
Verbindungen aus Kohlenstoff und Wasserstoff kommen im Erdöl und Erdgas sowie in den Destillationsprodukten anderer fossiler Brennstoffe wie Braun- und Steinkohle vor. Kohlenwasserstoffe werden als Brennstoffe, Motorkraftstoffe (z.B. Benzin und Dieselöl), als Lösungsmittel, Schmierstoffe und Ausgangssubstanzen für Kunststoffe usw. eingesetzt. Gelangen unvollständig verbrannte Bestandteile der Kohlenwasserstoffe als Abgase in die Luft, so sind Beeinträchtigungen der Umwelt nicht selten, da ein Teil der kompliziert aufgebauten chemischen Verbindungen für Mensch, Tier und Pflanze schädlich ist. Sie können auftreten bei Nährstoffmangel sowie einseitigem Nährstoffüberschuss auf Grund einer Überdüngung der Waldböden mit Stickstoff.
Wachstums-störungen
Eine Folge des Nährstoff- und Wassermangels, aber auch der direkten Schädigung von Blättern oder Nadeln durch "Sauren Regen/Sauren Nebel". Sie führt zu einer erhöhten Anfälligkeit des Baumes gegenüber Frost, Krankheitserregern und Schadinsekten.
Nach-
lassende Vitalität
Ammoniak
NH3
Ein farbloses, stechend riechendes, leicht wasserlösliches Gas. Es ist ein Verwesungsprodukt organischer Stoffe und entweicht vor allem bei der Düngung mit Gülle und Kunstdüngern in die Luft. Sein Eintrag in den Waldboden führt zu einer Stickstoffüberdüngung und verstärkt das Nährstoffungleichgewicht im Boden. Wird verursacht durch eine Störung der Wasseraufnahme auf Grund von Wurzel-
schäden, die Folge der Bodenversauerung sind. Der Wassermangel wird bei extremen Witterungsbedingungen durch erhöhte Feuchtigkeitsabgabe verstärkt, wenn Schädigungen derjenigen Blattorgane vorliegen, die die Verdunstung von Blättern und Nadeln regulieren.
Wasser-
mangel
Saurer Regen
Saurer Nebel
Bei Verbrennungsvorgängen werden Schwefel und Stickstoff zu Schwefeldioxid (SO2) und Stickstoffoxid (NOx) oxidiert. Durch chemische Reaktionen in der Atmosphäre werden sie in entsprechende Säuren (Schwefel- und Salpetersäure) umgewandelt. Je nach Wassergehalt der Luft bzw. Größe der Wassertröpfchen ensteht "Saurer Regen" bzw. "Saurer Nebel". Beide haben negative Auswirkungen auf den Pflanzenwuchs (Gewerbezerstörung, Nährstoffauswaschung in Blättern und Nadeln) und auf die Bodenverhältnisse (Bodenversauerung). Eine Folge der Auswaschung von Nährstoffen im Boden. Grund sind die Bodenversauerung und die Nährstoffaus-
waschung in den Blättern und Nadeln, verursaht durch den "Sauren Regen".
Nährstoff-
mangel
Eine Folge der Wurzelschäden. Der Baum reagiert auch damit empfindlicher auf Niederschlagsdefizite bzw. Trockenheit.
Störung der Wasserauf-
nahme
Direkte Schädigung von Blättern und Nadeln
Ursache sind vor allem das Schadgas Ozon (O3) und die Wirkungen des "Sauren Regens/Sauren Nebels". Sie schädigen die Blattoberfläche und beeinträchtigen die Funktionsfähigkeit der Spaltöffnungen. Folge ist eine Verminderung der Assimilations-
leistung und die Auswaschung von Nähr-
stoffen aus Blättern und Nadeln.
Eine Folge der Wurzelschäden, vor allem durch Verlust der Feinwurzeln, die mit der Mykorrhiza (Pilzwurzel) eine Lebensgemein-
schaft eingehen. Sie sind für die Nährstoff-
versorgung der Bäume verantwortlich und reagieren besonders empfindlich auf Veränderungen im Boden.
Störung der Nährstoff-
aufnahme
Aus-
waschung von Nährstoffen in den Blättern
In Folge der Einwirkung von Schadstoffen, vor allem Ozon, sind die äußere Schutz-
schicht der Blätter und Blattorgane geschädigt. Ein Teil der lebensnotwendigen Mineralien (Nährstoffe) wird daher mit dem "Sauren Regen" ausgewaschen.
Ursache der Wurzelschäden ist vor allem die Freisetzung giftiger Metallionen (z. B. Aluminium) als Folge der Bodenversauerung.
Wurzel-
schäden
Schädigung des Boden-
lebens
Der Eintrag von Säuren mit dem "Sauren Regen" in den Boden und die Freisetzung von giftigen Metallionen durch die Boden-
versauerung schädigen die meisten derjenigen Bodenlebewesen, die für die Zersetzung der herabgefallenen Blätter und Nadeln verantwortlich sind. Die wichtigsten und bekanntesten Vertreter dieser Boden-
lebewesen sind die Regenwürmer.
Durch Luftschadstoffe geschädigte bzw. geschwächte Bäume reagieren empfindlicher auf Frost, insbesondere bei Temperatur-
stürzen innerhalb kurzer Zeit. Sie sind eben-
falls anfälliger für Krankheitserreger und vor allem werden sie eher von Schadinsekten wie dem Borkenkäfer befallen.
Frost, Krankheits-
erreger, Schädlinge
Bodenver-
sauerung
Durch die Speicherung der in den Boden eingetragenen, im "Sauren Regen" enthaltenen, Säure sinkt der pH-Wert (Maß für die Säurekonzentration) des Bodens. Dadurch werden basisch wirkende Nährstoffe wie Calzium, Magnesium und Kalium verdrängt, andererseits wird aber Aluminium, Mangan und Eisen im Boden freigesetzt. Längere Trockenperioden erhöhen die Säurekonzentration im Waldboden.
Versaue-
rungsschübe durch Trockenheit
Extreme Witterungssituationen, beispiels-
weise heiße Sommer, Stürme oder längere Trockenperioden, können das Absterben der durch Luftschadstoffe vorgeschädigten Bäume beschleunigen bzw. auslösen. Ein Baum, dessen Blätter oder Nadeln bzw. Blattorgane und Wurzeln geschädigt sind, reagiert empfindlicher auf extreme Witterungssituationen.
Witterung

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