Vorstellung der Methode der Waldzustandserhebung und ihre Umsetzung in den Bundesländern - dargestellt am Beispiel des Freistaates Thüringen -

von Anett Wenzel, Thüringer Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei

Das Hauptziel der Waldschadenserhebung ist die zeitnahe Einschätzung der Vitalität des Waldes mit vertretbarem Aufwand. Außerdem können damit Schadensschwerpunkte lokalisiert werden. Es ist keine vollständige Abklärung von Schadursachen möglich, dafür ist ein Intensivmonitoring notwendig.

Bisherige Entwicklung der Waldzustandserhebung:

Damit liegt eine 20jährige lückenlose Zeitreihe über den Waldzustand in Deutschland und Europa vor.

Für die Waldzustandserfassung gelten folgende Rahmenbedingungen:

In Thüringen werden seit 1991 jährliche Aufnahmen im dauerhaft markierten 4x4-km-Raster (Ausnahme 1996) gemacht. Das sind 353 Aufnahmeflächen mit je 24 Bäumen (entspricht insgesamt 8472 Bäumen). Der Aufnahmezeitpunkt ist stets Mitte Juli bis Anfang August. Die Aufnahmen werden durch geschulte Forstamtsmitarbeiter mit langjähriger Erfahrung bei der Waldschadenserhebung vorgenommen. Um schon bei der Außenaufnahme die Fehler so gering wie möglich zu halten, werden jedes Jahr die gleichen Bewertungsmaßstäbe und stabile Aufnahmeteams beibehalten. Durch die Teilnahme des WSE-Inventurleiters an der Bundesschulung sowie die Durchführung einer Landesschulung für die Aufnahmetrupps und Kontrollgruppen erfolgt jedes Jahr eine „Eichung“.

In Thüringen werden folgende Aufnahmekriterien erfasst:

Bei der Ansprache werden als Hilfsmittel lokale Referenzbäume, die Fotobände „Waldbäume“ und „Sanasilva“-Kronenbilder sowie eine Broschüre für die Differenzialdiagnose (Forstinsekten) und Hinweise auf die aktuelle Waldschutzsituation in Thüringen verwendet.
Kontrollgruppen, ebenfalls aus 2 geschulten Forstbediensteten bestehend, kontrollieren jährlich 5 bis 10 % der Aufnahmepunkte. Bei stärkeren Abweichungen erfolgt eine nochmalige Ansprache des gesamten Punktes.
Die Aufnahmedaten werden in der Landesanstalt für Wald, Jagd und Fischerei mittels landesspezifischen Datenerfassungsprogramms mit zahlreichen Kontroll- und Auswertungsmöglichkeiten bearbeitet.
Die Daten aus dem 16x16-km-Raster werden der BFH Eberswalde zur Verfügung gestellt. Diese Daten fließen in die Berechnung für den bundesweiten sowie europäischen Waldzustandsbericht ein.
Zur Vereinfachung der Ergebnisdarstellung werden kombinierte Schadstufen (gesamt und nach Baumarten) gebildet. Dabei gehen Verlichtungsprozent und Anteil vergilbter Nadel- oder Blattmasse in die Bewertung ein. Weitere Auswertungsmöglichkeiten sind: Bewertung des mittleren Nadel-/Blattverlustes nach Baumarten, Wuchsgebieten und Alterklassen sowie der Einfluss von abiotischen und biotischen Faktoren (Witterungsextreme, Insektenkalamitäten).

Die Ergebnisse werden jährlich im Waldzustandsbericht veröffentlicht. Aus Effizienzgründen ist er in Thüringen Inhalt des Forstberichtes.

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