Keine Entwarnung für den Wald!

Anfang der 80er Jahre alarmierten Forstleute und Waldbesitzer die Öffentlichkeit mit Hinweisen auf Schäden in unseren Wäldern von bisher unbekannter Art und enormen Ausmaß. Die Medien kennzeichneten den Zustand mit dem Begriff "Waldsterben". Nach ersten Schadenserhebungen in den Jahren 1982 und 1983, die ein erschreckendes Ergebnis zeigten, kam es zu zahlreichen Projekten zur Erforschung der Ursachen dieser neuartigen Schäden. Die Wissenschaftler konzentrierten ihre Arbeit zunächst auf den "Sauren Regen", eine Folge der Luftschadstoffe Schwefeldioxid und Stickstoffoxid, und seine Auswirkungen auf den Wald. Die in den Boden eindringenden Säuren verursachen eine verstärkte Auswaschung von Nährstoffen von Calzium, Magnesium und Kalium, gleichzeitig eine Mobilisierung von potenziellen Schadstoffen wie Aluminium, Cadmium und Zink. Das Ergebnis sind Ernährungsstörungen, die bei den Bäumen im hohen Ausmaß für die als "Waldsterben" bezeichneten Erscheinungen, wie Blatt- und Nadelverluste, verantwortlich sind.

Nachdem nun in den letzten 15 Jahren in einer Vielzahl von Projekten geforscht wurde, kann man zu den vermutlichen Ursachen der Waldschäden und der zukünftigen Entwicklung folgendes feststellen: Für den Wald kann, trotz einiger Erfolge bei der Verminderung der Luftverschmutzung, keine Entwarnung gegeben werden. Das hat mehrere Gründe:

Sollte eine Verstärkung des Treibhauseffektes, verursacht durch den Anstieg des Kohlendioxid-Gehaltes in der Erdatmoshäre, zu einer Klimaveränderung führen, wie sie von vielen Experten vorhergesagt wird, so würde das in einem geschwächten Waldökosystem weitere Schäden zur Folge haben.

Aus allen diesen Gründen und sich abzeichnenden Entwicklungen der Umweltverschmutzung kann für den Wald keine Entwarnung gegeben werden.

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