Bericht über die Arbeit des Projektes Wald in Not im Jahr 2010Die Vereinten Nationen hatten das Jahr 2010 zum Jahr der „Biologischen Vielfalt“ ausgerufen. Dies war für das Projekt Wald in Not Anlass, im Rahmen seines Informationsauftrages das Thema „Wald und biologische Vielfalt“ aufzugreifen. Gemeinsam mit der Münchener Wissenschaftsjournalistin, Dr. Eva-Maria Mößmer, wurde die Broschüre „Wälder brauchen Vielfalt“ erarbeitet, die zum Jahresende 2010 erschienen ist. Die Broschüre ist gleichzeitig als Beitrag zum „Internationalen Jahr der Wälder 2011“ gedacht. Sie steht Verbänden und Forstverwaltungen für die Öffentlichkeitsarbeit im „Internationalen Jahr der Wälder 2011“ zur Verfügung, ebenso wie die übrigen Veröffentlichungen des Projektes Wald in Not bzw. der ehemaligen Stiftung Wald in Not. Auch mit den von Wald in Not im Jahr 2010 unterstützten Pflanzmaßnahmen wurde ein Beitrag zur Förderung der Vielfalt in unseren Wäldern geleistet. Mit der Hilfe großzügiger Spender und Sponsoren konnten wieder an verschiedenen Orten in Deutschland Bäume im Rahmen der Wiederaufforstung von Schadflächen oder der Waldvermehrung gepflanzt werden. Das Projekt Wald in Not legt Wert darauf, dass mit den Pflanzmaßnahmen ein Beitrag zur Erhöhung der Stabilität des Waldes im Hinblick auf den sich abzeichnenden Klimawandel geleistet wird und fördert daher in erster Linie die Pflanzung von standortgerechten Laubbäumen. An einigen der Projekt-Standorten wurden auch seltene Baumarten wie Elsbeere und Speierling gepflanzt. Des Weiteren war es Ziel, bei den Pflanzmaßnahmen auch Schulklassen und Jugendliche mit einzubinden, damit diese den Wald durch praktische Arbeit besser kennenlernen. So pflanzten beispielsweise im April 2010: 42 Jungen und Mädchen der Wetzbach Schule Nauborn und der August-Bebel-Schule in Niedergirmes rd. 800 Stieleichen und 300 Hainbuchen im Wetzlarer Stadtwald. Mit der Pflanzung wurde eine Sturmschadensfläche wieder aufgeforstet. Im Stadtwald Nürnberg beteiligten sich Auszubildende der Rudolf-Steiner-Schule Nürnberg im Rahmen einer Waldumbaumaßnahme an der Pflanzung von 4.000 Buchen, 500 Eichen und 500 Ahorne. Ziel der Pflanzung ist es, im durch Nadelholz geprägten Nürnberger Reichswald den Laubbaumanteil langfristig deutlich zu erhöhen. Bei der Wiederaufforstung einer Schadfläche im Stadtwald Mosbach (Baden-Württemberg) wurde besonderer Wert auf die Pflanzung seltenerer Baumarten gelegt. Gepflanzt wurden insgesamt 1.000 Bäume der Arten: Vogelkirsche, Spitzahorn, Elsbeere und Speierling. In der Stadt Geesthacht (Schleswig-Holstein) pflanzten Schüler der Berufsvorbereitungsgruppe „Garten- und Landschaftsbau“ des Jugendaufbauwerkes rd. 2.000 Bäume und Sträucher. Ziel der Pflanzaktion war es, einen Kiefernbestand mit jungen Buchen zu unterbauen und damit auch die invasiv auftretende spätblühende Traubenkirsche zurückzudrängen. Des Weiteren wurde eine Waldrandbepflanzung mit 7 größeren Einzelbäumen sowie weiteren Weißdornsträuchern von den Jugendlichen vorgenommen. Sie übernahmen auch die Patenschaft für die Waldrandbepflanzung. Ein Beitrag zur Vermehrung des Waldes in einer waldarmen Region war die Baumpflanzung im Ortsteil Neukirchen der Stadt Grevenbroich. Dort wurde eine rd. 0,75 große ehemalige Ackerfläche mit Buchen bepflanzt. Zur Waldrandgestaltung wurden Sträucher der Arten Heckenkirsche, Hartriegel, Weißdorn, Pfaffenhütchen und gemeiner Schneeball sowie je 20 Vogelkirschen („Baum des Jahres 2010“) und Hainbuchen eingebracht. Bei der Pflanzung halfen Schüler der Jacobus-Grundschule in Neukirchen. In der Stadt Fürstenfeldbruck wurde im Herbst eine ca. 1 ha große ehemalige Fichtenfläche, die durch den Borkenkäfer zerstört wurde, mit einem Mischwald der Arten: Bergahorn, Spitzahorn, Esche, Winterlinde, Hainbuche und Eiche wieder aufgeforstet mit dem Ziel, die stadtnahe Fläche als Erholungswald parkartig zu gestalten. Alle vorgenannten Projekte konnten aus Spenden der Fielmann AG Hamburg finanziert werden, die auch gemeinsam mit dem Projekt Wald in Not die Anlage eines naturnahen Bildungsgartens an der Montessori-Grundschule in Borken unterstützte, in deren Rahmen von Schülern und Eltern rd. 120 Bäume und Sträucher gepflanzt wurden. Auch mit Hilfe der Fielmann AG wurde im Frühjahr 2010 in Remscheid die Wiederaufforstung einer Fichtenfläche, die durch die Orkane „Kyrill“ 2007 und „Xynthia“ 2010 vernichtet wurde mit einem standortgerechtem Laubmischwald unterstützt. An der Pflanzaktion im Bereich der Eschbachtalsperre beteiligten sich Schüler der Gesamtgrundschule Adolf Clarenbach. An der Neyetalsperre bei Wipperfürth sponserte die Krombacher Brauerei die Pflanzung von rd. 4.000 Buchen, Eschen, Kirschen und Ahornen. Auf einer Sturmschadensfläche soll mit der Wiederaufforstung ein naturnaher Mischwald entstehen, der auch der Sicherung der Wasserqualität der benachbarten Trinkwassertalsperre dient. Auch der Stadt Schlettau (Sachsen) konnte im Frühjahr 2010 bei der Beseitigung von Sturmschäden durch den Orkan „Kyrill“, die dort immer noch nicht gänzlich behoben sind, geholfen werden. Im Rahmen einer Sponsoringaktion des Energieversorgers EnviaM wurden 500 Buchen und 600 Weißtannen gepflanzt. Im November 2010 konnte wieder im Bereich der Eschbachtalsperre in Remscheid ein weiteres Wiederaufforstungsprojekt gefördert werden. Dazu hatte die EUROPA MÖBEL-Umweltstiftung die nötigen Finanzmittel zur Verfügung gestellt. Gepflanzt wurden auf der rd. 2 ha großen Sturmschadensfläche je 1.000 Bäume der Arten Buche, Traubeneiche, Vogelkirsche sowie 500 Eschen. Bei der Pflanzung unterstützten die Mitarbeiter des Remscheider Stadtforstamtes Mitglieder des Sauerländischen Gebirgsvereins und rd. 50 Schülern der Grundschule Menninghausen. Im Rahmen der Aktion „Wald-Wertpapier“ des Projektes Wald in Not wurde im Herbst 2010 die Pflanzung von rd. 1.000 Buchen im Stadtwald Traunreuth finanziert. Ebenfalls aus „Wald-Wertpapier“-Erlösen wurde 2010 wieder die Aktion der Waldbesitzervereinigung Münchberg „Tanne zurück ins Münchberger Land“ gefördert. Es konnten 2.500 Weißtannen gepflanzt werden. Ziel der Aktion ist es, die selten gewordene Baumart „Tanne“ wieder in die heimischen Wälder einzubringen, damit sich langfristig aus reinen Fichtenwäldern stabile Mischwälder entwickeln. Dies kann aber nur gelingen, wenn die Jäger mitziehen und die Schalenwildbestände auf ein Maß reduzieren, dass die Tanne ohne größere Verbissschäden aufwachsen kann. Dies wird von Seiten des Projektes Wald in Not aufmerksam beobachtet werden. Mit Unterstützung von Musterring International wurde im Jahr 2010 die Förderung von Waldumbaumaßnahmen im Stadtwald Zittau fortgesetzt. Hier ist es das Ziel, Bestände mit sogenannten „Alternativbaumarten“, die in DDR-Zeiten aufgrund der klassischen Rauchschäden in den Wäldern des Zittauer Gebirges gepflanzt wurden, mit Baumarten der natürlichen Waldgesellschaften, vor allem Buche, Tanne und Bergahorn, zu unterpflanzen und so wieder einen naturnahen Wald zu begründen. Unterstützt hat das Projekt Wald in Not auch 2010 die Arbeit der IG Edelkastanie und des Förderkreis Speierling. Das Informationsblatt des Förderkreises Speierling wurde überarbeitet und neu aufgelegt. Im neuen Faltblatt wird auch die Elsbeere („Baum des Jahres 2011") vorgestellt, um die sich der Förderkreis neben dem Speierling besonders bemüht (siehe auch www.foerderkreis-speierling.de). Auch die Jahrestagungen der beiden Vereinigungen hat Wald in Not organisiert. Die IG Edelkastanie tagte im Frühjahr 2010, in Kempen am Niederrhein. Am Niederrhein findet man erstaunlicher Weise eine Vielzahl alter Einzelexemplare der Edelkastanie, aber auch interessante Bestände mit Kastanien. Die Jahrestagung des Förderkreises Speierling fand 2010 im benachbarten Luxemburg statt und widmete sich besonders den Bemühungen der Luxemburgischen Forstverwaltung um die Erhaltung der beiden, auch in Luxemburg seltenen, Baumarten Speierling und Elsbeere. In Luxemburg findet man den Speierling auch am Rande von Straßen auf dem Lande (Foto: Förderkreis Speierling) Die Bemühungen um seltene Baumarten, wie Edelkastanie oder die Sorbus-Arten, waren im „Jahr der biologischen Vielfalt“ ein weiterer Beitrag des Projektes Wald in Not zur Erhaltung von Vielfalt in unseren Wäldern. Von der Geschäftsstelle des Projektes Wald in Not wurden 2010 zahlreiche Anfragen zum Thema „Wald“ oder „Seltenen Baumarten“ beantwortet und Informationsmaterial versandt.
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