"Der Bergwald - Lebensversicherung und Lebensraum"

Bergwälder in Gefahr!

Foto: R. Mößmer

Ruhig ist es mittlerweile geworden um das Thema "Waldsterben"; dabei hat sich jedoch am Zustand unserer Wälder und insbesondere der Bergwälder seit den ersten Krankmeldungen vor über 20 Jahren nur wenig geändert.

Nach der Waldzustandserhebung im Jahr 2001 zählen die Wälder im Alpenraum zu den am stärksten von den neuartigen Waldschäden betroffenen Gebieten Bayerns. Jede dritte Buche und Fichte ist infolge der Dauerbelastung durch Luftschadstoffe krank. Besonders stark leidet die Tanne an den Folgen der Luftverschmutzung: 60% aller Tannen haben deutlich an Lebenskraft und Vitalität eingebüßt.

"Überalterung" ist ein Stichwort, das in Verbindung mit dem Bergwald häufig genannt wird. Etwa ein Drittel der Bäume in den alpinen Schutzwäldern sind bereits über 140 Jahre alt. Obwohl Gebirgsbäume im Durchschnitt etwa 200 bis 250 Jahre alt werden können, bleibt für die nächste Waldgeneration nicht mehr viel Zeit, um heranzuwachsen. Bis zu 50 Jahre kann es nämlich im Gebirge dauern, bis die Jungbäume den Schutz der Alten nicht mehr brauchen. Auf vielen Steilhangflächen bleibt der Baum-Nachwuchs aus. Eine Ursache dafür liegt häufig in zu hohen Schalenwildbeständen. Für Reh-, Rot- und Gamswild stellen besonders junge Laubbäume und Tannen beliebte Leckerbissen auf der "Speisekarte" des Waldes dar. Durch eine konsequente Bejagung muss dafür gesorgt werden, dass auch diese Baumarten im Bergwald heranwachsen können.

Foto: G. Meister

 

Schutzwaldsanierung - Hilfe für den Schutzwald

Rund 10 Millionen Jungbäume wurden seit 1987 auf Steilhängen in den bayerischen Alpen ausgepflanzt.
Foto: C. Abs

Eine umfassende Bestandsaufnahme im Gebirgswald zeigte:
Knapp 10% der Schutzwälder sind nicht mehr in der Lage, die Menschen vor alpinen Naturgefahren zu schützen. Wildverbiss und Waldweide, Vergrasung und starke Schneebewegungen haben auf diesen Steilflächen die Bedingungen für das Aufwachsen einer neuen Waldgeneration so verschlechtert, dass Wald auf den sog. Sanierungsflächen nur durch Hilfe von außen eine Zukunft hat. Rund 2,5 Mio EURO hat die Bayerische Staatsforstverwaltung daher allein im Jahr 2000 für Pflanzungen und technische Bauwerke zur Sanierung der Schutzwälder investiert.

Zum Schutz der jungen Pflanzen vor Schneedruck und Lawinen sind zum Teil technische Bauwerke aus Holz erforderlich. Wenn sie nach Jahrzehnten zerfallen, können die in ihrem Schutz herangewachsenen Bäume selbst Schutzaufgaben übernehmen.
Muss dem Bergwald mit technischen Bauwerken geholfen werden, dann ist dies mit hohen Kosten verbunden. Zwischen 150.000 und 450.000 EURO kostet es, eine fußballfeldgroße Schutzwaldfläche vor gefährlichen Schneekräften zu sichern.

Foto: E. Mößmer

 

Projekt Wald in Not - Engagement für den Bergwald

Foto: G. Meister

Seit ihrer Gründung im Jahr 1983 fördert die "Stiftung Wald in Not" verschiedene Projekte im Bergwald der bayerischen Alpen. Ein besonderer Schwerpunkt der Stiftungsarbeit liegt dabei in der Erhaltung und Wiederherstellung der Schutzfunktionen der alpinen Wälder.  

 

DAV-Projekt "Karlstein"
In einem schlechten Zustand und von großen Freiflächen durchzogen sind die Bergwälder der Fläche "Karlstein" bei Bad Reichenhall direkt oberhalb der viel befahrenen Deutschen Alpenstraße. Seit 20 Jahren helfen dort die Stiftung Wald in Not und der Deutsche Alpenverein dem Waldbesitzer in seinem Bemühen, wieder einen stabilen Schutzwald heranzuziehen.

Hilfe für den Allgäuer Schutzwald
I
n die Bergwälder des Allgäus haben in den vergangenen Jahren Stürme, Borkenkäfer und Umweltschäden große Löcher gerissen. Mit finanzieller Hilfe von Sponsoren konnte die Stiftung Wald in Not in den letzten zehn Jahren die Pflanzung von rund 365.000 Bäumen unterstützen.

Foto: A. Blank

 

Sie wollen mehr über den Bergwald wissen?

Das Infofaltblatt "Der Bergwald - Lebensversicherung und Lebensraum" (12 Seiten)
ist auch als pdf-Datei (511 KB) downloadbar.

Weitere Informationen finden Sie in der kostenlosen Broschüre des Projektes Wald in Not "Ohne Schutzwald geht`s bergab!".

Diese Veröffentlichungen sind erhältlich beim Projekt Wald in Not, Godesberger Allee 142 - 148, 53175 Bonn.

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